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Winfried W. Weber ist Professor an der Hochschule Mannheim und forscht und lehrt im Bereich Management und Innovation.

Webers gegenwärtiges Forschungsinteresse hat fünf Schwerpunkte. Webers Interesse gilt seit zwanzig Jahren dem Management und dessen Einfluss auf Innovationen. Dabei stellt sich ebenso die Frage, wer das Managementdenken beeinflusst und wie Management-Know-how entsteht. Gemeinhin zielt „Innovation“ auf die Durchsetzung einer technischen oder verfahrensbezogenen Neuerung. Managementinnovation hieße, die Rahmenbedingungen zu ändern, wie Organisationen strukturiert und gemanagt werden. Beispiele für Manage-mentinnovationen wären jeden Mitarbeiter zum Problemlöser zu machen (Toyota), F+E nicht mehr dem Zufall zu überlassen, sondern zu managen
(Jack Welch bei General Electric) oder Management als Hackordnung zu beschreiben (Tom Peters über McKinsey). Da Manager als Letztentscheider über die Verteilung der Ressourcen bestimmen, können Produkt- und Verfahrens-innovationen in diesem Sinne Resultate von Managementinnovationen sein. Wenn Management beginnt, sich als Kommunikation zu begreifen, können Innovationen heute entweder von klassischen (inkrementellen) oder von postklassischen (bahnbrechenden) Managementmodellen gesteuert werden. Managementinnovation bezeichnet damit auch den Einfluss, den Manage-mentpraktiker mit innovativen Managementmodellen auf das Management und andere Manager ausüben oder den Managementdenker auf Manager ausüben.

Weber lehrt und forscht an der Hochschule Mannheim in den Bereichen Manage-ment, Non-Profit-Management, Entrepreneurship und Moderne Produktions-systeme (in Zusammenarbeit mit mehreren Produktionsunternehmen des Rhein-Neckar-Gebiets, siehe www.kmp.hs-mannheim.de). Auf der Basis der Pionier-arbeiten von Peter Drucker für das Management der „nächsten“ Gesellschaft, Niklas Luhmanns System- und Organisationstheorie und Dirk Baeckers soziolo-gischer Managementlehre arbeitet Weber an einer postklassischen Manage-mentlehre. Postklassisch heißt, auf die Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden und der Umwelt zu setzen, in Netzwerken Hand-lungsspielräume zu erweitern und Konstruktionen an die Stelle der Unent-scheidbarkeit zu setzen.

Der dritte Schwerpunkt Webers liegt auf dem Gebiet der Managementdenker. Er untersucht die Frage, wie und von wem heute Führungskräfte und Unter-nehmer in ihrem Denken und Entscheiden maßgeblich beeinflusst werden. Neue Managementkonzepte entwickeln sich für Weber durch Versuch und Irrtum, aufgrund technologischer und marktbezogener Veränderungen, durch Berater oder eben durch Managementdenker, wie Peter Drucker, Hermann Simon oder Fredmund Malik. Managementdenker tragen für Weber dazu bei, Führungskräfte mit neuen Ideen zu versorgen und Managementtrends zu kommunizieren und zu verdichten. Seit 2002 werden deutschsprachige Führungskräfte in diesem Forschungsprojekt befragt, welche Managementdenker für sie am einfluss-reichsten sind. Die laufenden Ergebnisse werden unter der Website     www.managementdenker.com veröffentlicht. In Webers Buch Innovation durch Injunktion (2005) wird die wachsende Bedeutung der Managementdenker damit erklärt, dass Manager sich von den klassischen Konsultanten (Peter Sloterdijk), den Beratern, nach und nach lösen und sich Manager mit dem Phänomen Managementdenker ein neues Kommunikationssystem schaffen. Oder anders herum formuliert, in dem wir beobachten, welche Managementdenker bedeutend werden, sehen wir, in welche Richtung sich das Management entwickelt.

Webers jüngstes Buch Complicate your life zielt bereits auf die Generation der nächsten Gesellschaft (Peter Drucker). In dem Weber in diesem Buch dazu auffordert, „sich zu verkomplizieren“, will er dazu beitragen, dass sich Wissens-arbeiter im Komplexitätszeitalter mehr und mehr mit dem Portfolio-Working (Charles Handy) anfreunden, in dem sich Phasen von Angestelltentätigkeit, nebenberuflicher Selbstständig-keit, Vollzeit-Selbstständigkeit und ehrenamtlicher Tätigkeit ablösen oder ergänzen. Die Begriffe und Einstellungen der bisherigen Arbeitswelt veralten.
Die Leistungsfähigkeit in der nächsten Gesellschaft steigt dann, wenn man sich auf auf sich selbst verlässt und selbstbestimmt arbeitet - unabhängig davon ob man zur Stammbelegschaft einer Organisation gehört, Freiberufler ist oder eine Firma gründet.
Management heißt heute, Meisterschaft im Umgang mit Komplexität zu erreichen.

Am Kompetenzzentrum Moderne Produktionssysteme der Hochschule Mannheim forscht Weber mit Produktionsexperten und Hochschulkollegen zu ganzheitlichen Produktionssystemen. Auf jährlich stattfindenden Symposien werden die aktuellen Ergebnisse vorgestellt, siehe: http://www.kmp.hs-mannheim.de/

 
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